Der heute in Wien lebende 1948 in St. Ulrich geborene Künstler Ulrich Moroder folgt bald seinem inneren Bedürfnis, aus der Enge des Tales auszubrechen, um in der Stadt, in Wien, ein Kunststudium zu absolvieren. Nach unermüdlichem Aktzeichnen in den ersten Jahren entflieht Moroder auf der Suche nach neuen Herausforderungen aus dem Elfenbeinturm der Hochschule nach Paris, Rom, in die Provence und nach Amerika. Er entdeckt die Farbe als dauerhaftes Medium für seine Malerei und beginnt fortan abstrakt zu malen. Klare, leuchtende Farbflächen, die sich aneinander reihen, überlappen und verdecken, fügen sich zu einem dynamischem Farbraum.
Die reduzierte Gegenständlichkeit in seinen Arbeiten und das gesättigte Menü aus Farben entsteht durch kalkulierte Spontanität, die aus einem kontinuierlichen Prozess wächst: Moroder verwebt Eindrücke aus der Natur und dem profanen Alltagsleben vor dem geistigen Auge zu Skizzen, um schließlich – aus dem Handgelenk heraus – den Bildträger zu einem eigenständigen fokussierten Kraftfeld aus Farb- und Formgefügen zu potenzieren. Die starke Bindung zur Natur spiegelt sich auch in seiner aus der japanischen Malerei inspirierten Technik wieder.
Eine Übersetzung seiner Arbeiten gibt es nicht, keines der Bilder ist betitelt. Moroders Farbenvokabular soll nicht idealisierte Wertvorstellungen konstruieren, sondern Stimmungen vermitteln, die es den Bildern erlaubt, über ihre Begrenztheit hinaus weitergedacht zu werden.
Lisa Trockner
L’artista Ulrich Moroder è nato nel 1948 a Ortisei. Ben presto segue la sua fervida necessità d’evadere dalla ristrettezza della valle per andare in città per frequentare l’Accademia d’arte: a Vienna ove tuttora vive. Dopo instancabili ed innumerevoli nudi di disegno dal vero nei nella Provence e negli Stati Uniti alla ricerca di nuovi orizzonti. Egli scopre il colore come mezzo duraturo e costante per la sua pittura ed inizia d’ora in poi a lavorare in modo astratto. Chiare e luminose superfici colorate, che s’accostano l’una dietro l’altra coprendosi a vicenda accavallandosi, s’accomunano infine in un dinamico spazio colorato.
L’oggettività ridotta nelle sue opera e il fitto menu di colori nasce da una spontaneità calcolata che cresce in un continuo processo. Moroder intessa davanti all’occhio spirituale le impressioni colte nella natura e nella profana vita quotidiana in schizzi per potenziarle infine – con un rapido movimento del polso – in un campo energetico focalizzato da strutture di colori e di forme.
Il forte legame con la natura si rispecchia anche nella sua tecnica ispirata dalla pittura giapponese.
Non esiste una traduzione delle sue opera, nessun dei suoi lavori porta un titolo. Il vocabolario dei colori di Moroder non dovrebbe costruire un’idealizzata proiezione di valori, bensì trasmettere impressioni, che permettano alle opera di pensare oltre al proprio limite.
Lisa Trockner
An der Schnittstelle des Realen
Das Blut, der Tod – und des Imaginären – die Kunst – steht das Symbolische.
Das Symbolische ist eine Übersetzung in die Welt der Zeichen. Wie schon Roland Barthes sagt, ist unsere Welt eine Welt der Zeichen. Moroder übersetzt die Bedeutungsstränge in abstrakte Formen von Linie, Kreis, Figuralem, Vegetativem. Die Farbe strukturiert und vereint die Dimensionen. Die Essenz seiner Bilder ist eine Art fliessender Bewegung, die Form und Farbe vereint. Sehr oft dominieren Erdtöne, glühendes Rot-orange, junges Maigrün; kontrapunktisch verwendet der Maler aber auch blasses, trauriges Violett und das Grau der Tristesse. Eine ursprüngliche Differenz bedingt die ungeheure Dynamik seiner Bilder: Die Komposition erreicht auf einer tieferen Ebene seine(n) Betrachter.
Marianne Sula
